Renate Leitner
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Druckunterlagen

… und was es dabei zu beachten gilt

Vieles kann gedruckt werden, doch sind für ein Ergebnis in hoher Qualität professionelle Druckunterlagen erforderlich. Hier ein kurzer Überblick zum Thema »Druckunterlage«:

  1. Format und Beschnitt
  2. Farben und Farbprofil
  3. Bilder und deren Qualität
  4. Dateityp und weitere Anforderungen
Druckunterlagen
Illustration: Renate Leitner

1. Format und Beschnitt

Ausgangsbasis für jede Druckunterlage ist das Format – und zwar nicht nur das Endformat des gewünschten Druckproduktes, sondern auch der Bereich, der nach dem Drucken weggeschnitten wird, der sogenannte Beschnitt. Dazwischen liegt noch der Bereich, in dem keine relevanten Informationen (Texte) enthalten sein sollen – der Sicherheitsabstand.
Flächen oder Bilder, die bis zum Rand des Druckprodukts reichen, nennt man »abfallend«. Um ungewollte weiße Ränder zu vermeiden, sollten diese Flächen bis ans Ende des Beschnittbereichs angelegt werden.
Angaben zum Endformat sowie der benötigten Beschnittzugabe finden Sie entweder online im Datenblatt beim jeweils gewünschten Druckprodukt (bei Standard-Produkten) oder sie erfragen telefonisch die Einzelheiten.

2. Farben und Farbprofil

Dieser Punkt ist einer der heikelsten, denn Farbmanagement ist mit einigem Fachwissen verbunden. Vielen ist nicht bewusst, dass Bildschirme in einem anderen Farbmodus funktionieren, als der Druck. Werden Daten fälschlicherweise im RGB-Modus (Darstellungsweise auf Bildschirmen – Rot, Grün und Blau) angeliefert, müssen sie vor dem Druck in den CMYK-Modus (Farbmischsystem für den Druck basierend auf Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz od. »Key«) konvertiert werden, da sie sonst nicht gedruckt werden können. Das Ergebnis im Druck kann mit Glück stimmen, oder auch daneben gehen – verantwortlich dafür ist allerdings nicht die Druckerei!

Verschiedene Druckverfahren benötigen darüber hinaus unterschiedliche Druckprofile, die u.a. den jeweils möglichen Farbraum und Farbauftrag bestimmen. Also Achtung: Farben, am Bildschirm sind nicht ohne Weiteres verlässlich – sie können im Druck ganz anders aussehen. Dies trifft besonders dann zu, wenn Sie mit herkömmlichen Bildschirmen arbeiten. Annähernde Farbverlässlichkeit kann nur auf kalibrierten Profibildschirmen (mehr Infos dazu) garantiert werden – und auch hier wiederum nur mit Simulation des entsprechenden Druckprofils.

Achtung bei Vollton-Farben!
Diese speziellen, vorgefertigten Farbmischungen werden manchmal anstatt herkömmlicher Farbmischungen aus CMYK eingesetzt. Es gibt Produkte, die nur mit Sonderfarben produziert werden. In den Druckunterlagen müssen die richtigen Farbcodes dafür angelegt sein.

3. Bilder und Qualität

Ein Bild sagt sprichwörtlich mehr als tausend Worte – die Bildwirkung sollte also nicht unterschätzt werden. Hier ist vor allem auf gute Qualität und die notwendige Auflösung zu achten. Die Bildqualität wird oft mit der Bildauflösung gleichgesetzt, doch sind es zwei unterschiedliche Dinge. Eine hohe Auflösung, die zum Beispiel bei qualitativen Digitalkameras Standard ist, garantiert noch nicht, dass auch die Aufnahme selbst hochwertig ist. Auf kleinen Displays wirken Fotos oft besser als sie sind. Bildfehler wie starkes »Rauschen« oder Unschärfen, die zum Beispiel bei schlechten Lichtverhältnissen entstehen, werden beim Einsatz des Bildmaterials in größeren Formaten zum Problem. Im Optimalfall fotografiert also ein Profi (=Fotograf mit absolvierter Meisterprüfung) oder sie kaufen professionelle Fotos von sogenannten Stockphoto-Plattformen. Ist beides nicht möglich, kann mit professioneller Bildbearbeitung einiges gerettet werden. Dazu braucht es neben der richtigen Ausstattung (kalibrierbarer Spezialbildschirm) auch ein geschultes Auge (mehr zum Thema Bildbearbeitung).

Was viele nicht beachten – auch bei Fotos wiederholt sich das Thema RGB und CMYK: Digitale Aufnahmen sind im Original immer im RGB-Modus und müssen in ein entsprechendes CMYK-Profil konvertiert werden. Dies sollte kontrolliert und auf das jeweilige Druckprofil optimiert durch professionelle Bildbearbeitung geschehen. Auch hier gilt wiederum: scheint ein Bild auf dem Display ok, bedeutet das nicht, dass es für den Druck geeignet ist bzw. dass es auch im Druck hübsch aussieht.

Die Angaben der Druckerei zur benötigten Auflösung werden in der Maßeinheit dpi (=dots per inch) angegeben. Je nach Druckprodukt sind die Anforderungen unterschiedlich und den jeweiligen Datenblättern zu entnehmen. Abhängig von der Bildqualität können Fotos mit zu geringer Auflösung mit Hilfe von Bildbearbeitungs-Software vergrößert werden, allerdings gibt es hier augenscheinliche Grenzen.

4. Dateityp und weitere Anforderungen

Der Dateityp der Wahl ist ein PDF/X Format – mit eingebetteten Schriften. Sollte es Problem bei der Einbettung der Schrift geben, müssen alle Texte in Pfade umgewandelt werden. Genauere Angaben zu dem jeweils gewünschten PDF-Standards sind in den Produktdatenblättern der Druckereien zu finden. Achtung – es ist auch möglich ein PDF im RGB-Modus zu speichern. Dies wird vor allem dann eingesetzt, wenn eine PDF-Datei via E-Mail versendet oder zum Download bereitgestellt werden soll. Dies ist allerdings KEINE professionelle Druckunterlage.

Um die Leserlichkeit von Schrift zu gewährleisten, sollte die Minimalgröße von 6 Pt. möglichst nicht unterschritten werden. Die Schriftfarbe bei Fließtext sollte in reinem Schwarz angelegt sein, damit die Buchstaben klar und deutlich dargestellt werden. Die minimale Stichstärke für dunkle Linien liegt bei 0,25 Pt. und für helle Linien auf dunklem Grund bei 0,5 Pt.

Fazit

Die Erstellung professioneller Druckunterlagen ist oft komplexer als angenommen. Erst die Kombination aus Fachwissen zu Drucktechnik, dem richtigen Umgang mit Layout-Programmen sowie Erfahrung und einem geschulten Auge garantieren ein qualitätsvolles Druckergebnis.

Sie benötigen professionelle Druckunterlagen?
Ich bin gerne für Sie da und freue mich über Ihre Anfrage!

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Druck
27. August 2021
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